Handwerksverband fordert Umsatzsteuer-Neureglung

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Handwerker sollen 2010 mehr Spielraum haben

Unpünktliche Rechnungszahlungen sind in der Wirtschaftskrise nicht ungewöhnlich. Problematisch wird es für viele Rechnungssteller jedoch, wenn für noch nicht bezahlte Rechnungen schon früh die darin enthaltene Umsatzsteuer fällig wird. Die Bezahlung der Umsatzsteuer von Handwerksbetrieben ist gesetzlich geregelt und weist bis zum Jahresende einen erheblichen Ost-West-Unterschied auf. So müssen in den alten Bundesländern aktuell die Steuern bis zu einem Jahresumsatz von 250.000 Euro erst dann bezahlt werden, wenn die dazugehörigen Rechnungen auch tatsächlich beglichen worden sind. In den neuen Bundesländern liegt diese Grenze bis Ende 2009 noch bei 500.000 Euro. Zu Beginn des Jahres 2010 soll dieser Ost-West-Unterschied für Gesamtdeutschland bei 250.000 Euro liegen. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) setzt sich aktuell verstärkt für eine gesetzliche Neuregelung dieser Bestimmung ein und fordert eine Änderung der gesetzten Grenzen. ZDH-Präsident Otto Kentzler fordert nach Angaben der „Leipziger Volkszeitung“ sogar, dass die Umsatzgrenze auf eine Million Euro angehoben werden solle. Bis zu dem Betrag sei es Handwerksunternehmen nicht möglich, die Umsatzsteuer vor Begleichung der ausgestellten Rechnungen zu bezahlen. Kentzler rechtfertigt diese Forderung mit der Tatsache, dass die Zahlungsmoral der Deutschen gegenüber handwerklichen Betrieben in den letzten Jahren enorm zu wünschen übrig ließe.

Liquiditätsengpass betrifft ganz Deutschland

Bedingt durch die Finanzkrise sei dieser Liquiditätsengpass auch kein ostdeutsches Problem mehr, sondern betreffe die gesamte Bundesrepublik. Wenn die Umsatzgrenze zum Jahreswechsel nicht auf eine Million Euro nach oben gesetzt würde, sondern im Gegenteil sogar im Osten gesenkt werde, dann würde das für viele Handwerksbetriebe zu gravierenden Problemen führen. Selbst bei Aufträgen aus öffentlicher Hand sei es ganz üblich, dass Rechnungen erst nach drei Monaten beglichen werden. Rund ein Drittel der Handwerker, die solche Aufträge annehmen, hätten diese Erfahrung gemacht, während von den privaten Auftraggebern rund zwölf Prozent nicht zum vereinbarten Zahlungsziel für die Rechnung aufkommen.

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