ARGE Baurecht: Schwarzarbeit ist Steuerhinterziehung!

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Die Arbeitsgemeinschaft für Bau- und Immobilienrecht (ARGE Baurecht) im Deutschen Anwaltverein (DAV) warnt vor Schwarzarbeit. Besonders in Streitfällen kann es zu mehr Kosten und einer Geldstrafe für den Arbeitgeber führen.

In Streitfällen zwischen Handwerkern und Arbeitgebern im Falle von Schwarzarbeit wird meistens entschieden, dass diese Gewährleistungsansprüche nicht einklagbar sind, da es sich bei Schwarzarbeit um Steuerhinterziehung handelt, und dadurch der Vertrag zwischen den Parteien ohnehin ungültig ist. Zwei dieser Urteile wurden durch den Bundesgerichtshof in Karlsruhe jedoch wieder aufgehoben. Die obersten Richter waren der Ansicht, dass auch Kunden, die sich auf Schwarzarbeit eingelassen haben, bei mangelhafter Arbeit Gewährleistungsansprüche gegenüber der Baufirma geltend machen können (VII ZR 42/07 und VII ZR 140/07). Im Streitfall kann sich ein Handwerker also nicht darauf berufen, der Vertrag sei gesetzwidrig und er müsse deshalb für Mängel nicht gerade stehen. Damit will man vermeiden, dass diejenigen Handwerker, die ihren Lohn kassieren ohne davon rechtmäßig Einkommens- und Mehrwertsteuer abzuführen auch noch dafür belohnt werden, indem sie von der Gewährleistungspflicht entbunden werden.
Auf die Auftraggeber kann ein weiteres Problem zukommen, was ihn teuer zu stehen kommt: Wird die Leistung vor Ort bar bezahlt, erhält der Kunde keinerlei Zahlungsbeleg. Somit kann der Handwerker also nachträglich eine ordentliche Rechnung stellen und deren Zahlung verlangen. Der Kunde steht dann  in der Beweispflicht, die er mangels Quittung nicht erbringen kann. So kann es passieren, dass ein Kunde, der eigentlich Geld sparen wollte, mehr als doppelt so viel bezahlt, als wenn er von vorneherein eine ordentliche Rechnung verlangt und bezahlt hätte.

Handwerksleistungen sind steuerlich absetzbar, jedoch selbstverständlich nur mit ordentlicher Rechnung. Pro Jahr können insgesamt 20% Prozent der Lohnkosten (maximal 3.000 Euro) steuerlich abgesetzt werden, was einer Steuerersparnis von 600 Euro pro Jahr entspricht.

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