Richtiges Heizen und Dämmen – erster Teil

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Viel lüften – auch wenn es kalt ist
Moderne Heizungen und Wärmedämmung helfen, die Energiekosten zu senken. Doch neben der Renovierung und Wärmedämmung müssen die Bewohner auch ihr Heiz- und Lüftungsverhalten ändern, um die niedrigeren Energiekosten nicht mit ihrer Gesundheit zu bezahlen.


Aspergillus fumigatus ist winzig und überall zu Hause: Ob in der Antarktis, oder in der Sahara. Der Schimmelpilz fühlt sich überall wohl. Besonders gut gedeiht das Sporengewächs jedoch in feuchten Räumen – und im menschlichen Körper: Asthma, Lungenemphyseme und die mitunter tödlich verlaufende Aspergillose, eine Entzündung von Atemorganen, Haut- und Schleimhäuten können die Schlauchpilze hervorrufen. Jährlich sterben in Deutschland rund 2500 Infizierte daran (Hochrechnungen von Medizinern der Universität Würzburg).
Da in immer mehr Häusern und Wohnungen die Sporenträger prächtig sprießen – vor allem seit umfangreich gedämmt wird – könnte die Sterberate drastisch ansteigen. „Die hermetische Abdichtung des Wohnbereichs hat zu einer deutlichen Zunahme des Schimmelpilzbefalls geführt“, berichtet das „Deutsche Ärzteblatt“, das Fachorgan der Bundesärztekammer.

Neben der Erkenntnis, dass Altbauten dringend abgedichtet werden müssen, um steigende Energiekosten abzumildern und CO2-Emissionen zu reduzieren, müssen die Bewohner neben den vielen Sanierungsmaßnahem auch ihr Verhalten ändern, sowohl was das Lüften als auch was das Heizen angeht. Auch ist für viele Immobilienbesitzer schwer nachzurechnen, welche Investition in Energiesparmaßnahmen sich für sie eigentlich rechnet. Die Angaben von Herstellern der Dämmmaterialien und Heizungsanlagen sind viel zu komplex und oft widersprüchlich.

Daher werden nun die wichtigsten Verhaltensregeln beschrieben, um kostengünstig und trotzdem gesundheitsfördernd zu heizen. Im ersten Teil geht es um die regelmäßige Lüftung.

Moderne Dämmmaterialien dichten die Gebäude so stark ab, dass die Feuchtigkeit nicht mehr entweichen kann. Nicht nur während des Duschens und Kochens reichert sich die Luft mit Wassermolekülen an. Selbst nachts im Schlaf schwitzt und atmet der Mensch etwa einen Liter Wasser an die Raumluft ab. Daher müssen Wände atmen können, damit die Feuchtigkeit nach außen entweicht, sonst schlägt sie sich an den Innenwänden nieder und bildet so den Nährboden für Pilzbefall.
Vor der Dämmung und dem Einbau moderner Fenster haben winzige Ritzen in Mauerwerk und Fenstern für einen ständigen Luftaustausch gesorgt, was jedoch auch die Heizwärme aus den Gebäuden entweichen lassen hat. Angesichts steigender Energiepreise wird diese Form der „Belüftung“ nun immer teurer und die Häuser werden luftdicht gedämmt, damit die Wärme in den Zimmern bleibt. Damit die Feuchtigkeit entweichen kann, müssten die Bewohner nun aber mehrmals am Tag die Fenster für einige Minuten weit öffnen. Die heutigen Lebensgewohnheiten hindern uns aber daran, mehrmals täglich zu lüften, da das Haus/die Wohnung tagsüber leer ist. In diesem Fall lohnt sich der Einbau eines Lüftungsgeräts, das mehrmals täglich für kontrollierten Lutfaustausch sorgt. Diese Geräte lassen sich problemlos einbauen und es gibt sie in verschiedenen Ausführungen, z.B. mit einer ökologisch sinnvollen Wärmerückgewinnung.

Einige Regeln für das Lüften:

* Mindestens zwei Mal täglich sollten die Fenster für etwa fünf Minuten weit geöffnet werden. Längere Kippstellung bringt nichts, weil sie nicht für einen breiten Luftaustausch sorgt, sondern lediglich Fußboden und Möbel in der direkten Umgebung auskühlen lässt und so geht nur Energie verloren. Grundsätzlich gilt: Je kühler ein Raum ist, desto häufiger muss er gelüftet werden.

* Zwischen unterschiedlich beheizten Räumen, beispielsweise Schlaf- und Wohnzimmer, sollte die Tür geschlossen bleiben. Auf eine Ausbreitung der warmen Luft in einen kalten Raum sollte man trotz aller Sparambitionen nicht setzen. Denn warme Luft transportiert mehr Wasser als kalte. Dieses Wasser schlägt sich im kälteren Raum an den Wänden nieder.

* Nach dem Baden, Kochen und Bügeln lüften, aber möglichst nicht quer durch die ganze Wohnung.

* In weniger beheizten Räumen sollten im Zweifel große Möbel zwei bis vier Zentimeter Abstand zur Wand haben.

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