ZDF-Reportage über Handwerkerpfusch

Lundquist Neubauer News 15 Comments

Wie schützen sich Auftraggeber vor schlechter Handwerksarbeit? Am besten vor dem Projekt möglichst viele Informationen einholen, auf Vor-Ort-Besichtigungen setzen und auf die Referenzen der Handwerker schauen. Das ist die Quintessenz der halbstündigen Reportage „Vorsicht Handwerker! Wenn auf Baustellen gepfuscht wird„, die in der Nacht zum 1. Mai im ZDF zu sehen war.

Die Reportage setzt sich kritisch mit dem Handwerk auseinander, genauer: mit der in der Agenda 2010 beschlossenen Abschaffung der Meisterpflicht in 53 Handwerksberufen – darunter Fliesen-, Platten- und Mosaikleger, Gebäudereiniger oder Raumausstatter. Die These: Die Lockerung der Handwerksordnung zieht vermehrt ungelernte Handwerker aus den Nachbarländern auf die Baustellen und bedroht die Existenz der heimischen Meisterbetriebe. Betroffene schildern, ihre Erlebnisse mit zwielichtigen Handwerksunternehmen, Politiker, Kammerverantwortliche und Sachverständige kommen ebenfalls zu Wort.

Erst am Ende folgt der Rat an die Auftraggeber, sich selbst vor einem Auftrag so gut es geht über den jeweiligen Handwerksbetrieb zu informieren. Ein Tipp, der auch aus einem MyHammer Leitfaden entsprungen sein könnte: Schließlich wählen Auftraggeber hier schon lange einen Handwerker anhand seiner Bewertungen, Qualifikation und Referenzen.

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Comments 15

  1. @Herr Semmler … Man ist nie vor etwas sicher. Tatsache ist aber, dass die Gefahr von Pfusch ohne Handwerkskarte höher ist. Ein Präservativ schützt auch im Regelfall, aber gegen einen Produktionsfehler ist man nicht gefeit 😉

  2. Tom können Sie Ihre Behauptungen auch belegen.Im Raum Berlin werden ca. 70% Aufträge ohne Handwerkerkarte vergeben siehe Galabau Trockenbau Hausmeister Umzug.Pfuschen die Alle?

  3. Hans, ich habe deutlich geschrieben, dass die Gefahr höher ist, nicht dass alles Pfuscher sind. Ich gehe vielmehr davon aus, dass ohne Handwerkskarte auch die Mehrzahl sauber arbeitet.

  4. Meiner Meinung nach ist die Gefahr auf einen Blender hereinzufallen bei „Universalbetrieben“ höher als bei Fachbetrieben. Das deutsche Modell ist im großen und ganzen ein Erfolg, natürlich gibt es immer Firmen denen dieses Modell warum auch immer nicht passt.
    @Hans, können Sie denn auch ihre Angaben belegen was die 70% angeht wenn Sie schon selber Nachweise von anderen Diskussionsteilnehmern einfordern ?

  5. @Heiner das ist einfache Recherche hier.Es kann natürlich sein das es in Anderen Region anders ist. In meiner Region geht es meist um den Preis und einen schwachen Preis kann man halt nur ohne Handwerkerkarte bieten.Machedn Sie doch mal den Test 1 Monat 300 Angebote abgeben und sehen wie viele den Auftrag ohne Handwerkerkarte bekommen. Dies Geht natürlich bei einigen Gewerken wie Elektro,Zimmermann,Hochbau ez.

  6. @Heiner es ging mir nur um diesen Satz;Tatsache ist aber, dass die Gefahr von Pfusch ohne Handwerkskarte höher ist.
    Sowas kann nur von Leuten kommen die sich von den falschen Leuten blenden lassen und sich Hörner aufsetzen lassen.Jeder der behauptet das Handwerker die Ihre Qualifikationen nicht belegen können, sind schlechter als die mit Qualifikationsnachweis,sind genauso blöd wie die die behaupten, Männer sind besser als Frauen. Ich kenne min.30 Unternehmen deren Qualifikation nicht gerechtfertigt sind.

  7. Ich sehe das genauso, dass durch den Wegfall der Meisterpflicht die Qualität leidet, weil der Auftraggeber keinerlei Sicherheit mehr bekommt. Natürlich gibt es unter den Meisterbetrieben auch schwarze Schafe, aber die Quote ist bei allen anderen doch wesentlich höher. Wird künftig überhaupt noch ausgebildet oder nur noch angelernt. Geht das qualifizierte Handwerk verloren wie bei den bereits betroffenen Gewerken? Die Malerbetriebe sind die nächsten. Woran soll der Auftraggeber künftig einen seriösen Betrieb mit entsprechender Qualifikation erkennen? Alteingesessene Betriebe können eventuell keine Bewertungen vorweisen, weil sie nicht über MyHammer arbeiten, liefern dennoch gute Arbeit ab. Die Bewertungen sind auch nicht immer Garant für Qualifikation, gerade wenn sie im Low-Budget-Bereich ergattert wurden. Der Auftraggeber muss sich also umfangreich über den Betrieb informieren und mit gesundem Menschenverstand auswählen. Wir sind jedenfalls für den Erhalt und die Wiedereinführung der Meisterpflicht, damit Qualität und Ausbildung auch zukünftig in Deutschland gesichert bleiben. Dafür zahlen wir auch gerne weiterhin die teueren Handwerkskammer- und Ausbildungsgebühren, die sich die ungelernte Billigkonkurrenz erspart. Leider gibt es aber auch hierfür einen Markt aufgrund des allzu populären Sparkurses in Deutschland, der alle Bereiche erfasst.

  8. @Hans … ich habe mich weder blenden lassen, noch habe ich keine Ahnung und bin blöd. Solche Ausführungen disqualifizieren eher den, der sie von sich gibt. Die Behauptung dass die Gefahr ein schwarzes Schaf zu erwischen bei der Gruppe ohne Qualifikationsnachweis höher ist, als bei denen mit, ist zum Einen einfache Logik und was noch schwerer wiegt, persönliche teils leidvolle Erfahrung. Es ist auch keine pauschale Behauptung dass jemand ohne Qualifikation schlechter ist, sondern es geht um das generelle Risiko, man muss die Beiträge anderer schon richtig lesen, bevor man sie als blöd betitelt.

  9. Na ja will hier nicht gegen Windmühlen kämpfen.Ich persönlich sehe es als Fehlinvestition 5 Meisterbriefe zu machen um die Fähigkeiten einer kompetenten Baufirma mit Zeugnissen zu belegen die von Prüfern nach Lust und Laune bewertet werden. Ich sehe es eher als Problem,das es immer mehr Gewissenlose Menschen gibt.Wer gewissenhaft seine Arbeit ausführt und regelmäßig sein technisches Wissen aktualisiert braucht sich nicht vor anderen zu beweisen.Achso Tom lesen kann ich gut und besser als Sie wissen was Sie schreiben;Tatsache ist aber, dass die Gefahr von Pfusch ohne Handwerkskarte höher ist.

  10. @Fairplay
    Ich habe Dir doch schon mehrmals erklärt das die Handwerkskammerbeiträge nicht nach Eintragung gehen sondern nach Gewinn.Natürlich hat man Höhere Kosten wie staatliche Rente oder die jeweilige Innung und natürlich meist höhere Betriebskosten aber das kann man ohne Meisterbrief auch haben.Die Unternehmen die bei der HWK keine Beiträge zahlen sollten eigentlich in die IHK einzahlen aber leider erlaubt My-Hammer diesen Mitgliedern die Beiträge zu unterschlagen,zumindest steht bei den Meisten keine Mitgliedschaft.

  11. mein lieber Hans, ich finde die Diskussionen und deine Sicht der Dinge auch immer wieder spannend und unterhaltsam (hab dich schon vermisst). Der Dialog zwischen Tom und dir schreit ja förmlich nach Wiedereinführung des MyHammer-Stammtischs, der leider nach kurzer Zeit wieder eingeschlafen ist. Ich finde es toll, wenn die Mitglieder sich einmal persönlich kennenlernen und sich direkt austauschen können. Ich rege daher an, den Stammtisch wieder einzuführen oder alternativ einen gemeinsamen Chat-Raum für Mitglieder und Auftraggeber. Das wäre zumindest eine neue Marktlücke: Chatten über MyHammer, wo sich Auftraggeber und Dienstleister kennenlernen, austauschen und Themen diskutieren können und vielleicht kommt sogar der ein oder andere Auftrag zustande.

  12. Das ist zwar eine ältere Diskussion, aber ich fädel mich trotzdem mit ein.
    Für mich ist die Handwerkskarte das A und O, weil dort ein Mindeststandard definiert wird. Ob das Qualitätsniveau messbar ist, wage ich zu bezweifeln. Der Knackpunkt ist, dass der Auftraggeber, wenn er nicht aus dem Metier kommt, wenig bis gar keine Ahnung von den jeweiligen Zulassungsregularien der HWK hat. Es sollte einfach mehr darüber informiert werden!
    Weisen wir die Kunden darauf hin, dass sie sich bei der zuständigen HWK Informationen holen dürfen, sind diese verdutzt. Vor der Novelle war das Handwerk für den Kunden verständlicher. Elektro, Tischler, Maler… waren mit einem Selbstverständnis Meister.
    Wir sind ein Malereibetrieb, können von daher nur aus deren Sicht berichten. Der Maler war Maler. Punkt. Wenn heute nach Maler gesucht wird, erscheinen erst einmal drei Raumausstatter. Und wer findig ist, der versteckt es gekonnt mit der Fahrzeugbeschriftung oder auf der Visitenkarte. Worauf ich hinaus will, der Kunde ist mit Holz- und Bautenschutz, Raumausstatter & Co. schlicht überfordert. Der Pfusch wird erst nach professioneller Nachbesserung entlarvt, aber da hat der Kunde sozusagen schon doppelt bezahlt und macht alle Maler dafür verantwortlich.
    Und was natürlich fehlt, ist die Konsequenz der Novelle. Meine Tante ist Raumausstatterin. Allerdings würde sie nie auf die Idee kommen, Malerarbeiten anzubieten, obwohl sie auch tapeziert und malert. Von daher würde ich die HWK auffordern, das Handwerk des Raumausstatters vor Unterwanderungen zu schützen.

  13. Viel schlimmer noch als der eigentliche Pfusch ist es aber, wenn die Staatsanwaltschaft gegen die Pfuscher und Betrüger nicht vorgeht. Dann bricht für die Verbraucher eine Welt zusammen und der Glaube an Recht und Gesetz geht vollständig verloren. Außerdem fühlen sich dann Handwerker, die pfuschen, und Gutachter, die den Pfusch decken, in ihrem Tun bestätigt, da sie merken, dass ihre Taten nicht strafrechtlich verfolgt werden.

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