Erst ab 300 Euro: Steuervorteil für Handwerkerrechnungen eingeschränkt

redaktion News 26 Comments

Hat das Dauerstreitthema steuerliche Absetzbarkeit von Handwerkerrechnungen jetzt ein Ende? Jedenfalls haben die Finanzminister von Bund und Ländern kürzlich einen Beschluss gefasst, der weitreichende Folgen haben könnte. Danach sollen erbrachte Leistungen von Handwerkern erst ab einem Rechnungsbetrag von 300 Euro von der Steuer abgesetzt werden können. Das heißt im Umkehrschluss: Jede Handwerkerrechnung, die unterhalb dieses Sockelbetrages liegt, kann künftig nicht mehr steuerlich geltend gemacht werden. Das wären mehr als die Häflte aller bisher bei den Finanzämtern eingreichten Handwerkerrechnungen.

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) kritisiert diesen Beschluss scharf: Damit würden lediglich die Finanzverwaltungen entlastet, Bürger und Unternehmen jedoch leer ausgehen, zitiert die Deutsche Handwerkszeitung ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke. Laut Meistertipp befürchtet der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) außerdem einen Anstieg der Schwarzarbeit bei kleinen Aufträgen, sollte dieser Beschluss umgesetzt werden. Das wäre nicht nur ein herber Rückschlag für das Handwerk, sondern dürfte auch nicht in der Absicht der Finanzminister liegen. Holger Schwannecke fordert daher stattdessen „eine Weiterentwicklung der steuerlichen Rahmenbedingungen der privaten Haushalte als Auftraggeber insgesamt“ im Rahmen eines „schlüssiges Konzepts“.

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Comments 26

  1. Das halte ich für vollkommen falsch!
    Mit dem Bonus kann man Kunden zu Vergabe im steuerlich gesicherten Bereich 🙂 überreden….wenn sie gar nix mehr zurückkriegen, wird wieder mancher, einen kennen, der wieder einen kennt,,und das mal so..“nebenbei“ erledigt..
    aber Hauptsache der Gärtner/die Putzfrau; das Kindermädchen werden gefördert?!
    Das, was sich meist Otto Normalo nicht leisten kann?
    Aber die alleinerziehende Mama muss mit verschimmelten Silikonfugen und abgewohnten Tapeten usw alleine zurechtkommen, ohne etwas zurückzukriegen?
    UNMÖGLICH

  2. Liebe Frau Habermann,

    wohl leben Sie denn ? Das sollte mal zu „Bekämpfung der
    Schwarzarbeit dienen“ ! Lange her. Dann wurde mal die
    Mwst. erhöht und der Abstand war nur noch 1%. Wer schwarz
    arbeitet spart aber nicht nur die Mwst. ( Abfuhr) sondern
    auch alle anderen Steuern. Damit grenzt man keine Schwarz-
    arbeit ein. Diese Regelung ist und war einfach nur lächer-
    lich und eine von sehr vielen halbherzigen Sachen in
    Deutschland. Nun braucht man aber wieder mehr Geld ( für
    z.B. Griechland, um die fehlenden Steuereinnahmen durch
    Schwarzarbeit auszugleichen !) und so schießt sich der
    Kreis !

  3. Ich schließe mich dem ZDK voll und ganz an. Durch die steuerliche Absetzbarkeit ist Schwarzarbeit nicht mehr so attraktiv bei dem strafrechtlichen Risiko und Verlust der Gewährleistung und das hat viele Auftraggeber sicher auch dazu bewegt, den Auftrag doch lieber mit Rechnung zu vergeben. Es wird wieder mehr Schwarzarbeit geben und insgesamt weniger Aufträge vergeben. Ich frage mich manchmal, wer solche schwerwiegenden Fehlentscheidungen so leichtfertigt trifft ohne über die Folgen nachzudenken und mit welchem Argument. Die Arbeitsentlastung des Verwaltungsapparates als Argument für aufblühende Schwarzarbeit ist schlichtweg unbegreiflich.

  4. Sorry, es muss natürlich ZDH heißen und der Verwaltungsapparat ist ohnehin zu 80 % überflüssig. Die Verwaltung verwaltet sich selbst.

  5. Lieber Michael, Frau Habermann liegt völlig richtig. Wir haben selbst mehrfach bewußt „offiziell“ Aufträge beauftragt. Denn uns liegt auch etwas an Steuerehrlichkeit, was Ihnen scheinbar nicht bekannt ist. Die Möglichkeit der steuerlichen Absetzbarkeit unterstützt das ganze im Allgemeinen erheblich. Das Thema Gewährleistung und Einbehalt bei Mängeln lässt sich auch „etwas“ besser handhaben wenn eine saubere Rechnung vorliegt. Da Sie aber aus dem Brennholzhandel kommen, kann man Ihnen Ihr Unwissen in dem Fall verzeihen. Die steuerliche Absetzbarkeit erst ab 300 € ist auch unserer Meinung nach völliger Humbug.

  6. @Manni: Ich lese Kommentare von Leuten immer sehr kritisch, die anderen ihre „Unwissenheit“ bescheinigen und darüber hinaus noch ausgesprochen überheblich deren Gewerk runterspielen. Meistens stellen sich diese Leute leider nur selbst dar. Natürlich spart der Auftraggeber keine Mehrwertsteuer bei Schwarzarbeit, wenn er sie sowieso absetzen kann und vergibt den Auftrag lieber offiziell. Aus Ihrem Kommentar lese ich heraus, dass sie auch sogenannten nicht offiziellen Aufträgen nicht abgeneigt sind. Ich lese dies allerdings keineswegs aus dem Kommentar Habermann heraus. Die Kleinunternehmer stellen im übrigen Rechnungen ohne Mehrwertsteuer aus, zu denen wir allerdings nicht gehören (bevor es hierüber wieder Mutmaßungen und Unterstellungen gibt). Dafür ist der Umsatz begrenzt.

  7. Also ich halte das Ganze für sehr richtig und wichtig!
    Gerade vorhin hab ich wieder eine Barzahlung abgelehnt und den Kunden das Absetzen der 20 % erklärt!

    Klar „spart“ der Schwarzarbeiter weitere Unkosten 🙁

    Dem Kunden ist das allerdings einerlei…
    der Denkende sagt sich, wenn ich erst die 19 % MwSt zahle, bin ich kein Betrüger und darf Gewähr erwarten..
    im Jahr drauf kann ich 20% wieder „einfahren“..

    SO muss man das erklären!

    Und der Kunde darf auch gerne wissen, dass das Fördern von Schwarzarbeit genauso strafbar ist wie die Schwarzarbeit an sich?

    Ich weiss nicht liebe Kollegen, wie es in euren Bereichen aussieht, aber das Löschen/nicht vergeben/auslaufen häuft sich krass!

    Das Diskutieren über den Rettungsschirm zum Stabilisieren des Euros finde ich immer kontraproduktiv…
    auch wenn ich aus dem Bundesland komme, in dem so Fehler wie der Nürburgring passierten, kann ich dennoch denken:-)

  8. @Manni

    Brennholzhandel ist nur eines meiner Tätigkeiten, denn ich
    mache auch GaLa ! Ja und auch beim Brennholz unterliege
    ich der Mwst. und somit kenne ich das Thema ( allerdings
    hier nur 7% !). Desweiteren noch besser als die meisten
    hier, denn meine besser Hälfte ist Steuerberater ! Alles
    klar ?
    Das ich mich hier zum Thema Schwarzarbeit äußere liegt
    auch an solchen Foren. In meiner noch aktiven Zeit hier
    wurde mindestens jede zweite Rechnung mit dem „Hinweis“
    entgegengenommen : Ich brauche keine Rechnung ! Was das
    heist ? Das viel da mitspielen, braucht einen auch
    nicht zu wundern, denn die erzielbaren Preise sind ja
    öfters weit weg von gut und böse und da bleibt wenig hän-
    gen. Ich kann mir soetwas nicht „leisten“, denn wer Ware
    einkauf und diese „schwarz“ weiterverkauft, fliegt irgent-
    wann auf und mächtig auf die Schnautze. Ich sage hier nur
    Kontrollmitteilungen des Finazamtes an ein Anderes. Profis
    Wissen was ich meine ! Eine reicht und dann gibt es eine
    Umsatzsteuersonderprüfung und die finden immer etwas und
    wenn es nur fehlerhafte Rechnungen sind. Vom Aufwand
    möchte ich mal garnicht erst anfangen.
    Ich setze mich doch nicht in die Nesseln, weil ein Kunde
    sparen möchte, denn ich zahle dann beim Finazamt die
    Zeche ( Strafe) ! Da ich die meisten Arbeiten mit meinem
    LKW erledige und ich einen Fahrtenschreiber habe, wo ich
    auch jederzeit von der BAG kontrolliert werden kann, sieht
    es hier nicht anders aus. Ich kann mir keine Schwarzar-
    beit „leisten“ !

  9. @Manni: Das klingt alles sehr vernünftig und ich schließe mich den Argumenten an. Der einzige, der dabei spart, ist tatsächlich nur der Auftraggeber. Der Auftragnehmer will unbedingt den Auftrag und am Schluss kriegt er ’nen Tritt vor die Tür und kann’s noch nicht einmal einklagen. Wir haben das schon bei anderen Gewerken beobachten können, wie da gemauschelt wird und gepfuscht wird. Warum macht sich jemand absichtlich erpressbar?

    Allerdings wundere ich mich darüber, welches Interesse ein ehemaliges oder besser gesagt inaktives Mitglied noch am Forum von MyHammer hat und eifrig mitmischt.

  10. soll natürlich an @ Michael gerichtet sein. Mein Gott, ich bin total überarbeitet. Schönes Wochenende euch allen.

  11. HALLO ZUSAMMEN

    Mir legen sich auch öfters die Fussnägel rum, wenn ich höre/lese wie unverfroren manche Kunden Schwarzarbeit fordern..
    und der eine oder andere (wenige) doch tatsächlich meint, dass wir bei derart hohen Steuern nicht zusammenkommen, da andere das „viel lockerer“sehen…
    Auf solche Leute verzichte ich dankend..
    aber all denen und denen, die es nicht so genau nehmen, wünsch ich Steuerprüfungen!
    Schönen Sonntag zusammen!

  12. Ich bin ja auch eher für Rechnung schreiben mit vernünftigen Lohn, denn nur dies hält die Wirtschaft am laufen. Ich bin jetzt wohl nicht ganz auf dem laufenden; ist der Absetzbetrag nicht nur für Instandhaltung bzw Sanierungsarbeiten gedacht und geht nur an die 1200,- ? wie gesagt bin nicht ganz auf dem laufenden.Bin immer offen für Neues.

    Am Wochenende habe ich eine Ausschreibung gesehen ; Wir suchen einen Handwerker der unser Haus Verklinkert und wo das Preis/Leistungsverhältniss stimmt. Da hab ich mal nach einen Passenden Preis gefragt und die Antwort war na so 15,- die Stunde wo der Mindestlohn schon bei 13,- liegt Ihr wisst ja was da noch an Lohnneben´kosten drauf kommt. Man müßte einen Eingungstest für Bauherren einführen damit solche Leute garnicht erst suchen müssen.

  13. @Hannes

    Eingungstest für Bauherren/ Auftragnehmer ist ein guter
    Vorschlag, nur nicht durchführbar und auch diese Leute an
    den Kosten beteiligen. Da spielen die nicht mit und man
    könnte solche Plattformen schließen !

  14. @fairplay

    Ich gehörte zu den ersten bei MyHammer und war auch immer
    aktiv und habe versucht einiges zu verbessern. Leider war
    der alte Vorstand „Beratungsresistent“ oder hat nur das
    umgesetzt , was nicht gegen die eigenen Ideen war.
    Ich sehe nicht ein, warum es MyHammer nicht schafft/
    schaffen will, eine Möglichkeit für Gelegenheitsbieter
    ( 5-10 Aufträge pro Jahr) zu finden, die sich für diese
    Leute trägt ! Seit Einführung der BusinessPartner Gebühren
    trägt sich das für viele nicht. MyHammer geht dadurch
    Gebühren/ Einnahmen verloren und das Forum leidet auch
    darunter, weil viele Gewerke wenig oder kaum noch vor-
    handen sind und in schwach besiedelten Gebieten tragen
    sich manche Tätigkeiten überhaupt nicht ! Die Plattformen
    „verarmen“ doch dadurch, wenn die Vielfalt abnimmt und
    das ist, auch keine gute Eigenwerbung wenn immer mehr Auf-
    traggeber immer weniger oder garkeine Angebote in
    bestimmten Bereichen oder Gebieten bekommen, oder ?

  15. @fairplay

    Meine Beweggründe habe ich hier und woanders schon öfter
    geschrieben. Leider hat man meine Antwort darauf ohne
    eine Angabe von Gründen, nicht veröffentlicht !
    Ich habe nun auch dazu etwas ins „neue“ Handwerksforum
    von MyHammer eingestellt. ( sind nur sehr wenige neue
    Einträge zu Zeit drin !). Ich hoffe, das dort eine bessere
    freie Meinungsäußerung herscht !

  16. @ Michael: Vielen Dank für die Aufklärung. Wir kennen das auch mit dem Ignorieren konstruktiver Verbesserungs-vorschläge. Wir sehen das jedoch leidenschaftslos, da unsere Aufträge davon nur am Rande betroffen sind. Glücklicherweise gibt es genügend Auftraggeber, die nicht nur auf’s Geld gucken, sondern qualitativ hochwertige Arbeit schätzen oder einfach nur für ihr Geld eine anständige Gegenleistung haben möchten. Viele unserer Kunden sind neu und unsicher im Umgang mit MyHammer und erleichtert, dass sie einen seriösen Handwerker dort gefunden haben.

  17. @Hannes, haushaltsnahe Dienstleitungen wie Gärtner/Kindermädchen/Putzfrau/Pflegerin/Nanny/Schornsteinfeger etc, Renovierungsarbeiten usw…

    KEIN NEUBAU

    bis 6000€ Rechnungen sammeln (alles überweisen)
    und dann kann man bis 1200€ mit der Einkommensteuer zurückzukriegen!

    So verstand ich das!

  18. Das man die Nany und Putze voll absetzen kann bei 400,- basis wuste ich ja aber das die Summe für Renovierungsarbeiten zählt war mir neu. Mir geht es immer nur auf die Nerven wenn mir ein Kunde 1 Jahr später einen Brief schreibt und meine Rechnung in Material und leistung getrennt haben möchte. Das ist immer wieder lustig denn dies gilt meiner Meinung nach nur für Bauleistung und mein Gewerk ist keine reine Bauleistung somit eigentlich nicht absetzbar. Ich werd wohl mal meinen Steuerberater fragen obwohl der auch ne Lusche ist.

  19. @ Hannes, wenn ich der Meinung wäre mein Steuerberater wäre eine „Lusche“, hätte ich mir umgehend einen anderen gesucht, wahrscheinlicher ist aber das ich mir so einen nicht aussuchen würde !!
    Oder bekommst du keinen anderen ? 😉

  20. Na ja ich bin bei einer Kanzlei mit rund 30 Angestellten habe aber einen Junggesellen oder wie man das nennt als Bearbeiter. Mit den jahren bin ich soweit gekommen das ich dem Steuerberater sage was er zu machen hat. Ich bin zu faul zum wechseln, dabei könnte ich sicherlich 500 im Jahr einsparen aber auf das ganze hin und her mit den papieren hab ich keine Lust und auch keine Zeit. So schlimm ist er nicht mußte nur schon 5000 Gewerbesteuer zahlen was man hätte vermeiden können.

  21. Mich nervt grad auch sehr dieses grosskotzige Verhalten und der immer währende Versuch sich als den Nabel der Welt hinzustellen…
    alles und jeden zu belächeln/zu massregeln und mehr..
    aber dann in einem Text mehrere Fehler reinzuhauen?!
    Muss doch echt nicht sein!

  22. Hab da mal ne Frage und hoffe auf kompetente Antworten.

    Es wird ja angeblich nur die reine Handwerkerleistung ohne Material und Mieten anerkannt, zumindest nerven mich ständig Kunden meine kalkulation offen zu legen.

    Sagen wir mal ein Maler fährt mit seinem Leasingfahrzeug zum Kunden und streicht den Dachkasten neu, hierzu benötigt er ein ausgeliehendes Rollgerüst welches er selbst montiert und einen ausgeliehenden Schwingschleifer.

    Wenn man nun das Finanzrecht befolgen würde, dürfte der Maler in seinen Stundenlohn das Fahrzeug, den Schleifer und das Gerüst nicht berücksichtigen oder?

    Mich nerven ständig Kunden, dass beim Gerüstbau die Rechnung in Miete und Lohn ändern soll aber ich mache das doch wie zB der Maler. Ich errechne meinen Mittellohn aus meinen Kosten.

    Was sagt Ihr?Muß ein Gerüstbauer rechtlich seinen Quadratmeterpreis in Miete und Lohn splitten oder sogar noch in Transportkosten und lagerkosten ez?

  23. @Hannes, wir mieten selten etwas, wenn, wird das auf der Rechnung exakt so vermerkt!
    Ich setze mich doch nicht in die Nesseln…

    Wie das bei Mietobjekten sonstwo gemacht wird,
    kann ich nicht beurteilen!

    Gute Nacht zusammen!

  24. Jetzt hab ich es raus. Die Leute bei meinem Finanzamt haben davon keine Ahnung, somit muss ich mir was ausspinnen und schreibe einfach 70% Lohnanteil Summe X und 30% Abschreibung, Transport ez. Es lebe die Bürokratie. Ist ist totaler Quatsch oder man lernt bei der Meisterausbildung eine falsche Mittellohnberechnung.
    Ich glaub eher das die Beamten nix wissen als die Dozenten.

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