Positive Bilanz nach einem Jahr Arbeitnehmerfreizügigkeit

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Jahrelang wurde die uneingeschränkte Arbeitnehmerfreizügigkeit in den EU-Mitgliedstaaten kontrovers diskutiert. Seit dem 1. Mai 2011 gilt sie auch in Deutschland. Konkret bedeutet das, dass seitdem auch die Bürger der acht EU-Mitgliedstaaten in Deutschland eine Beschäftigung antreten dürfen,  die 2004 im Rahmen der EU-Osterweiterung in die EU aufgenommen wurden.

Zwar prognostizierte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) laut Financial Times Deutschland für 2011 keinen Ansturm osteuropäischer Arbeitskräfte, von handwerk.com befragte Handwerker sahen der vollständigen Arbeitnehmerfreizügigkeit bei ihrem Inkrafttreten vor einem Jahr dennoch mit gemischten Gefühlen entgegen. Einerseits hofften sie auf die Zuwanderung dringend benötigter Fachkräfte, gleichzeitig fürchteten sie sinkende Preise durch günstigeren Wettbewerb.

Nach einem Jahr zieht das IAB nun Bilanz: Nur 79.000 Bürger der acht osteuropäischen EU-Mitgliedstaaten, für die nun die Arbeitnehmerfreizügigkeit gilt, sind im vergangenen Jahr zugewandert. Als Gründe für die niedrige Zahl nennt das IAB Sprachbarrieren und Unterschiede in den Ausbildungs- und Bildungssystemen. Gleichzeitig berichtet das IAB, sei die Arbeitslosenzahl der acht neuen EU-Länder nahezu konstant geblieben.

IAB-Arbeitsmarktforscher Herbert Brücker zieht ein positives Fazit: „Die vorliegenden Daten sprechen dafür, dass die Arbeitsmarktintegration der Neuzuwanderer gut gelungen ist. Durch die zusätzliche Beschäftigung ergeben sich gesamtwirtschaftliche Gewinne für die deutsche Volkswirtschaft. Auch die Sozialversicherungssysteme und die öffentlichen Finanzen profitieren von dem Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung“, so Brücker.

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Comments 1

  1. Na ja, es sind schon sehr viele osteuropäische Aufttragnehmer hinzugekommen, nicht nur bei MyHammer und leider auch keine sogenannten Fachkräfte, wie erhofft, sondern vielmehr Arbeitnehmer, die im eigenen Land keine Arbeit finden und sich hier problemlos selbständig machen können, ungeachtet irgendeiner Qualifikation, dafür jedoch konkurrenzlos billig. Leider traurige Realität, die nicht schöngeredet werden kann.

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