Neue Mindestlöhne im Baugewerbe – Vorbild für alle Branchen?

redaktion News 1 Comment

Im Baugewerbe gelten ab dem 1.1.2012 neue, höhere Mindestlöhne: In den neuen Bundesländern liegt der einheitliche Mindestlohn dann bei 10,00 Euro, in den alten Bundesländern, je nach Qualifikation, bei 11,05 Euro (ungelernte Arbeiter) und 13,40 Euro (Angelernte und Facharbeiter). In Berlin erhalten Angelernte und Facharbeiter 13,25 Euro und ungelernte Arbeiter ebenfalls 11,05 Euro. Frank Dupré, Vizepräsident des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes, sieht mit der Regelung den fairen Wettbewerb zwischen allen in- und ausländischen Baubetrieben gestärkt und begrüßt die Regelung, die „geordnete Wettbewerbsverhältnisse auf deutschen Baustellen“ gewährleiste. Das berichtet das Deutsche Handwerksblatt.

Parallel zu der Erhöhung der Mindestlöhne im Baugewerbe gab es in den vergangenen Wochen eine große Debatte über die Einführung bundesweiter gesetzlicher Mindestlöhne. Zwar hat sich die CDU auf ihrem Parteitag in Leipzig für ‚Lohnuntergrenzen“ ausgesprochen, aber die Umsetzung ist noch unklar. Einigkeit über ein gemeinsames Vorgehen herrscht in der schwarz-gelben Bundesregierung keinesfalls, wie unter anderem in der Deutschen Handwerks Zeitung (DHZ) zu lesen ist. Kritik an der Einführung einheitlicher Mindestlöhne kommt auch aus dem Handwerk. Der Präsident des Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) Otto Kentzler sieht die Tarifautonomie gefährdet, die sich als Kernelement der sozialen Marktwirtschaft „gerade auch in der jüngsten Finanz- und Wirtschaftskrise bewährt“ habe. Anders sieht das Andreas Steppuhn, Bundesvorstandsmitglied der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU). Er betont, dass sich tarifliche Mindestlöhne in vielen Branchen des Handwerks bewährt hätten: „Wer wie Kentzler flächendeckende Mindestlöhne weiter ablehnt, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt.“

Dem pflichteten gestern die Arbeits- und Sozialminister der Länder bei: Sie verlangen von der Bundesregierung die Einführung eines allgemeinen gesetzlichen Mindestlohns. Die Deutsche Handwerkszeitung setzt heute ein einschiedenes „Es kommt drauf an“ dagegen: Analysen bei verschiedenen vom Bundesarbeitsministerium beauftragten Instituten hätten je nach Branche und Region ein differenziertes Bild ergeben – manchmal ist der Mindestlohn sinnvoll, aber nicht immer.

Es gibt also viele Fakten und Meinungen zum Thema Mindestlohn und deshalb möchten wir von Ihnen wissen:

[poll id=“3″]

Ähnliche Beiträge

Comments 1

  1. Langsam lohnt es sich wieder als Angestellter zu arbeiten aber leider sind diese Gesetze wie viele Andere nur auf dem Papier. Wir sollten erst einmal einen einheitlichen Mindestlohn festlegen und Zuwiederhandlung radikal beim Auftraggeber sowie Auftragnehmer bestrafen. Wie soll sich ZB. in Berlin das Baugewerbe erholen wenn ringsrum Alle für 5,-/Std. weniger kalkulieren dürfen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*