„Es geht vor allem darum, Geschichten zu erzählen“

Lundquist Neubauer Handwerkerseite des Jahres 4 Comments

Kein Handwerker bloggt und twittert mehr als Malermeister Werner Deck. Nicht zuletzt deswegen wurde sein Blog 2011 zur ersten Handwerkerseite des Jahres gekürt. Jetzt geht die Handwerkerseite des Jahres ins zweite Jahr, und Deck sitzt in der Jury. Wir haben mit dem Mr. Social Media des Handwerks gesprochen.

 

Werner Deck, Gewinner der Handwerkerseite des Jahres 2011

Herr Deck, 2011 haben Sie zwei Auszeichnungen bekommen: Das Bundesverdienstkreuz für Ihr ehrenamtliches Engagement und die „Handwerkerseite des Jahres 2011“ für Ihren Blog. Über welche Auszeichnung haben Sie sich mehr gefreut?

Gefreut habe ich mich über beide Auszeichnungen. Das Bundesverdienstkreuz war für mich eine große Überraschung. Damit hatte ich nie gerechnet und habe das am Anfang gar nicht glauben können. Bei der „Handwerkerseite des Jahres“, konnte ich den Stimmenanteil ja über mehrere Wochen selbst verfolgen. Insofern war es am Schluss für mich keine Überraschung mehr, aber trotzdem ein große Freude.

Vergleichen kann man die beiden Auszeichnungen, Bundesverdienstkreuz und „Handwerkerseite des Jahres“, denke ich, nicht. Deshalb ist meine Antwort: Zuerst freute ich mich Anfang des Jahres über das Bundesverdienstkreuz. Und im Spätjahr, freute ich mich über die „Handwerkerseite des Jahres“.

Ihr Familienunternehmen malerdeck gmbh ist bereits seit mehreren Generationen erfolgreich. Haben Sie es da überhaupt nötig, Ihre Kunden über Social Media anzusprechen?

Es stimmt, unser Geschäft lief auch schon vor den Internetzeiten gut, und am Anfang war ich auch gegenüber Social Media skeptisch: Was soll das bringen? Ausschlaggebend für meinen Sinneswandel war ein Gespräch mit einer langjährigen Geschäftspartnerin, die mich endgültig von Social Media als Marketinginstrument überzeugt hat. Ich habe mich noch am selben Tag bei Twitter angemeldet und losgelegt.

Und, hat sich‘s gelohnt?

Ja, denn ich habe schnell gemerkt: So bleiben ich und mein Unternehmen immer im Gespräch. Dabei nutze ich nicht nur Twitter,  sondern auch Facebook und meinen Blog. Natürlich gewinnt man nicht gleich am nächsten Tag oder eine Woche später den ersten Kunden über Social Media, aber mittelfristig ist das schon spürbar. Allein in 2011 hatten wir in der Zielgruppe zwischen 30 und 59 Jahren einen Kundenzuwachs um 132 Prozent. Und das ist ausschließlich auf meine Social Media Aktivitäten zurückzuführen! Abgesehen davon, macht es mir auch einfach Spaß zu schreiben. Und wenn die Leute das dann auch noch gern lesen, ist das toll.

Aber Ihre Kernzielgruppe ist doch eigentlich die Generation 60+, wie Sie immer wieder schreiben. Erreichen Sie die überhaupt im Internet?

Unter älteren Menschen wächst die Verbreitung des Internets rasant. Ich spreche da aus eigener Erfahrung im täglichen Kundenkontakt. Erst kürzlich habe ich auf meinem Blog von einer 80-jährigen Dame berichtet, die mich gebeten hat, ihr das Angebot doch lieber per E-Mail zu schicken.

Über was schreiben Sie denn so – fällt Ihnen überhaupt jeden Tag etwas Neues ein?

Ja, das ist überhaupt kein Problem. Ich schreibe einfach über alles, was ich erlebe, ob im Alltag oder bei der Arbeit. Es geht vor allem darum, Geschichten zu erzählen. Was früher das Tagebuch war, ist heute der Blog, nur dass ich andere an meinen Geschichten teilhaben lasse. Meine Alltagsgeschichten sind offensichtlich so interessant, dass ich mich mittlerweile jeden Monat über 100.000 Klicks auf meinem Blog freuen kann. Aber auch heute ist es so, dass ich mich über jeden einzelnen Besucher meiner Seite freue.

In einem Satz – was ist der Vorteil von Social Media für einen Handwerker?

Gestatten Sie mir zwei Sätze: Nirgends erreicht man so schnell eine so große Aufmerksamkeit – Social Media ist für mich eine große Mundpropagandaschleuder. Wenn sie so im Gespräch bleiben, kommen die Kunden irgendwann automatisch.

Was empfehlen Sie Handwerkern, die noch nicht im Internet präsent sind?

Sie sollen lieber heute als morgen anfangen das Internet für sich zu entdecken, denn sonst kann es passieren, dass potenzielle Kunden sie nicht mehr wahrnehmen. Heute suchen bereits 42 Prozent der Kunden einen Handwerker nur noch online. Nur 7 Prozent greifen auf gedruckte Branchenverzeichnisse zurück. Vergessen Sie also Gelbe Seiten & Co. Wichtiger ist das Internet, sind Facebook, Twitter und Blogs.

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Comments 4

  1. Sehr geehrter Herr Werner Deck,

    wir haben Ihren Artikel gelesen, und sind davon überzeugt, das es wohl auch vom Interesse des Lesers abhängig ist.
    Wir haben eine kleine Zaunbaufirma ,, http://www.zaunmontage24.de ,, und sind wohl jeden Tag unterwegs, und somit gibt es reichlich Geschichten und Erkenntnisse.
    Ob nun Handwerker des Monat oder ein Verdienstkreuz, zu verschenken hat keiner etwas. Das Internet ist für jeden offen.

    Danke für Ihre Ausschreibung und Unterstützung.

    MfG Hofbauer24.TV Firmengruppe sdh24 Bereich Zaunmontage24

  2. Malermeister Werner Deck veröffentlicht, wie ein Weltmeister. In vielen seiner Veröffentlichungen ist indirekt oder direkt Werbung enthalten. Wer bei Werner Deck kauft, bezahlt seine Arbeitszeit im Internet mit. Ich glaube, dass es Karlsruhe viele Maler gibt, die schnell, sauber, pünktlich und ordentlich arbeiten, jedoch viel weniger kosten. Ich vergleiche Preise und prüfe Referenzen und erst dann vergebe ich meinen Auftrag zum Festpreis.

  3. Ich langweile mich gerade auch ein wenig und stosse beim Durchstöbern des Blog auf das markante Gesicht von Herrn Werner Deck, der offensichtlich aktiv zur Unterhaltung im Internet beiträgt und zweifellos viel Zeit dafür hat. Leider fehlt mir die Zeit, alle Geschichten von ihm zu lesen, aber offensichtlich funktioniert die Werbestrategie, wiederholt im Internet präsent zu sein und von sich Reden zu machen. Schließlich bin ich auch darauf aufmerksam geworden. Ich dachte jedoch zunächst, dass er zu MyHammer gehört. Internet ist Zukunft – keine Frage. Schade, dass die Beiträge von Herrn Decker nur dem eigenen Werbezweck dienen und den Betrieb am Laufen halten sollen. Unser Betrieb überzeugt dagegen durch Taten, denn Geschichtenerzähler erleben wir täglich auf der Baustelle.
    Das Konzept für eine gesunde Firma ist meiner Meinung nach ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis und vertrauenswürdiges kompetentes Auftreten.
    Und wofür gab es das Verdienstkreuz noch mal?
    Leute, schickt ein bisschen Abkühlung …

  4. Pingback: Mega-Fest für Computer-Fans + more UberSocial news

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